Entstehung des Biergartens
27. April 2009 | von Biergartler | Kategorie: Ois und NixGeschichte der bayerischen Biergärten
De wenigst’n is da eigntliche Ursprung der legendären Bieroasen bekannt. Um des’z klären muas ma’s Rad der Geschichte a bisserl z’ruck drahn:
In da bayerischen Brauordnung aus’m Jahre 1539 hod ma festglegt, dass nur zwischen dem Ehrentag des heiligen Michael am 29. September und dem des heiligen Georg am 23. April gebraut wern derf. In de Sommermonat war’s Bierbrauen verboten, wei durch as Sieden a erhöhte Brandgefahr bestandn hod.
Um si a’ im Sommer am edlen Gerstensaft laben z’ kenna, musste deshalb am End vo da “Saison” auf Vorrat braut wern. Des war da Ursprung des b’sonders starken und deshalb haltbareren “Märzenbiers”, wos mittlerweile weit über’d Grenzen Bayerns hinaus bekannt ist und a gern drungga werd.
De Brauer hom allerdings a gross’s Problem ghobt: d’ Kühlung vom Bier in de Sommermonat. In oaner Zeit ohne Kühlschränk oda Kunsteis, war des a schwierige Aufgab de’s aba dringend z’ lösen galt. Und so kamen clevere Brauer auf de Idee, spezielle unterirdische Bierkeller z’ bauen, die si meistens in da näheren Umgebung vo de Brauereien befanden hom. Daher kemma a heid no de gebräuchlichen Nama wia Salvator-, Löwenbräu- oda Hofbräukeller.
Um a ansprechende Kühlung z gewährleisten, hod ma de Bierkeller allerdings ned z’diaf aushem derfa. Grund hierfür war da relativ hohe Grundwasserspiegel Münchens. Deshalb sägten de Brauer zum oana im Winter Eis aus de nahegelegenen Teiche und Seen und beförderten es in de Bierlager. Zum anderen homs üba de Kellergewölbe großblättrige schattenspendende Bäume pflanzt. Die einheimische Rosskastanie war dafür bestens geeignet und hod se so so zum traditionellen Biergartenbaum entwickelt.
Bald hom de Brauer g’schnoid, dass de nei o’nglegtn Keller und Baumflächen ned nur zur Lagerung sondern a zum Vakauf des Gerstensafts bestens geeignet warn. Sie hom Disch und Bänke unter de Kastanien g’stellt und da Bevölkerung eana kühls Bier frisch vom Fass o’botn– was de Bürger in Massen zu de Bierkeller g’lockt hod.
Die Münchner Wirte hingegen warn ned grod o’doa vo da nei’n Konkurrenz. Ganz im Gegenteil: sie befürchteten an Rückgang ihra Umsätze und hom deshoib auf’s schärfste protestiert. Die Brauer soit’n ihra Argumentation nach de Wirte beliefern und ned an jedermann Bier ausschengga.
Um an öffentlichen Aufstand vorz’greifn und a de Wirte g’recht z’ wern sprach da bayerische König Ludwig I. (1786-1868) a Machtwort und zugleich a wahrhaft salomonisches Urteil:
Er bewilligte den Ausschank in de “Biergärten”, verfügte aber, dass de Brauer koane Speisen feil bieten durft’n. So miassad a jeda, der nem seina Maß a no a zünftige Brotzeit zu sich nehma woit, diese ab sofort selba mitbringa. Des war da Beginn oaner Tradition wo de Münchner heilig is – und sich glücklicherweise in vielen Biergärten bis heid ghoitn hod.