Verkehrsbericht 2009 aus München

27. März 2010 | von | Kategorie: News aus'm Freistaat

Der jährlich vom Polizeipräsidium München herausgegebene Verkehrsbericht analysiert das Unfallgeschehen während des Berichtsjahres unter anderem nach Unfallgruppen, Unfallursachen und Unfallbeteiligten.
Er ist ein wichtiges Hilfsmittel, um Tendenzen bei begangenen Verkehrsdelikten und in der Unfallentwicklung mit all seinen Facetten zu erkennen. Statistiken erfüllen jedoch keinesfalls einen Selbstzweck! Aus den Ergebnissen des Verkehrsberichts ergeben sich einerseits taktische und strategische Maßnahmen zur Bekämpfung der Unfallursachen, andererseits aber auch die thematischen Schwerpunkte für Verkehrsaufklärungsaktionen.

Im Vergleich der drei größten deutschen Städte Berlin, Hamburg und München ist München bezogen auf die Unfallopfer die sicherste Großstadt. Je 100.000 Einwohner waren in München 1,51 Verkehrstote zu beklagen (Berlin 1,60 und Hamburg 2,26).

Die folgende Kurzübersicht zeigt die Veränderung in den wichtigsten Unfallbereichen:

2008 2009 Veränderung in %
Verkehrsunfälle gesamt 48.766 47.220 -3,2 %
- mit Personenschaden 6.180 6.199 0,3 %
getötete Personen 27 30 11,1 %
verletzte Personen 7.271 7.456 2,5 %
davon Schwerverletzte 832 799 -4,0 %
davon Leichtverletzte 6.439 6.657 3,4 %
- mit Sachschaden 42.586 41.021 -3,7 %
davon Kleinunfälle 27.244 26.004 -4,6 %
Geschwindigkeitsunfälle 550 634 15,3 %
- dabei Verletzte 321 426 32,7 %
- dabei Getötete 9 13 44,4 %
Alkoholfahrten mit Verkehrsunfall 635 611 -3,8 %
Alkoholfahrten ohne Verkehrsunfall 5.828 4.677 -19,7 %
- Vergehen 244 2.261 826,6 %
- OWi 3.284 2.416 -26,4 %
Drogenfahrten mit Verkehrsunfall 51 46 -9,8 %
Drogenfahrten ohne Verkehrsunfall 1.688 1.720 1,9 %
- Vergehen 547 554 1,3 %
- OWi 1.141 1.166 2,2 %
Unfälle mit Unfallflucht 12.742 12.485 -2,0 %
davon mit Personenschaden 629 582 -7,5 %
davon mit Sachschaden 12.113 11.903 -1,7 %
Bereits bei punktueller Sichtung des Verkehrsberichts 2009 kann jeder Verkehrsteilnehmer Informationen zu den verschiedenen Unfallarten und Ursachen herauslesen und nach dieser Erkenntnis sein Verhalten im Straßenverkehr sicherer gestalten.

Hier die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:

Im Jahr 2008 Verunglückten 30 Menschen tödlich.
Innerhalb der Landeshauptstadt München kamen 16 Menschen ums Leben.
Acht Personen kamen im Stadtgebiet München als Fußgänger ums Leben, dies entspricht einem Anteil von 50 %.

Im Landkreis München stieg die Anzahl der Verkehrstoten von 7 auf 14, über die Hälfte verunglückte mit dem Pkw (8).

Die meisten Verkehrsopfer sind im Bereich der Senioren, also der Verkehrsteilnehmer ab dem 65. Lebensjahr zu verzeichnen. Während ihr Anteil an der Bevölkerung bei 18 % liegt, ist diese Altersgruppe mit über 50 % (16) an den Verkehrstoten beteiligt. Von den acht im Stadtgebiet München getöteten Fußgängern waren sechs über 65 Jahre alt.

Bei zwei tödlichen Unfällen war Alkohol beim Fahrzeugführer mit im Spiel, 283 Menschen wurden bei derartigen Unfällen verletzt. Wegen Drogenkonsums wurden 25 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt und einer getötet.

Von den sechs toten Radfahrern könnten vermutlich drei noch leben, wenn sie freiwillig einen Helm getragen hätten.
Bei näherer Betrachtung der tödlichen Verkehrsunfälle von Fußgängern und Radfahrern war festzustellen, dass die alltäglichen Unachtsamkeiten, wie zum Beispiel das Überschreiten der Fahrbahn ohne genügend auf den Fahrverkehr zu achten in sieben Fällen – davon einmal bei Rotlicht und zweimal in unmittelbarer Nähe einer Ampelanlage – die Ursache für tödliche Verkehrsunfälle waren. Die Unfallursache „toter Winkel“ war bei fünf Fußgängern und zwei Radfahrern zu registrieren.

Bei jedem achten Unfall mit schwerem Personenschaden wurde als Unfallursache überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit festgestellt, 13 Menschen starben deswegen und 82 wurden schwer verletzt.

Mit der Überwachung der zulässigen Geschwindigkeit an Stellen, an denen sich häufig Unfälle ereignet haben (Unfallhäufungspunkte/-strecken) oder an denen nach den örtlichen Umständen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür besteht (Unfallgefahrenpunkte/-strecken), wird daher einer der Hauptunfallursachen entgegengewirkt. Wegen der im Richard-Strauss-Tunnel vorhandenen Verflechtungsräume und der damit verbundenen Gefahren beim Fahrstreifenwechsel betreibt das Polizeipräsidium München dort die erste digitale Geschwindigkeitsmessanlage. Der „Rekordhalter“ befuhr den Tunnel im Dezember 2009 mit 146 km/h und damit um 86 km/h zu schnell. Der Bußgeldkatalog sieht dafür ein Bußgeld von 680 €, 4 Punkte, sowie 3 Monate Fahrverbot vor.
594 Unfälle ereigneten sich, da das Rotlicht nicht beachtet wurde, dabei kam ein Verkehrsteilnehmer ums Leben, 375 wurden verletzt, davon 39 schwer.

Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen wie Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, überhöhte Geschwindigkeit oder Missachtung des Rotlichts ist auch in Zukunft eine wichtige polizeiliche Aufgabe.

Eine lückenlose Verkehrsüberwachung ist weder möglich noch wünschenswert. Priorität haben Verstöße, die entweder ein besonderes Gefahrenpotential beinhalten oder den Verkehrsablauf erheblich stören. Deshalb richtet die Münchner Polizei ihre Maßnahmen in erster Linie danach aus, die genannten Ziele zu erreichen.

Den Schwerpunkt seiner Arbeit wird das Polizeipräsidium München auch im Jahr 2010 auf die ungeschützten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer, auf gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Kinder und Senioren, sowie auf die Gruppe der jungen Fahranfänger legen.

Darüber hinaus setzen wir unsere Bemühungen in der Verkehrsaufklärung fort, um Verkehrsunfällen vorzubeugen bzw. die Folgen von Verkehrsunfällen zu minimieren.

Weitere Informationen zu allen Themen rund um den Straßenverkehr finden sie auf unserem Internetportal unter http://www.polizei.bayern.de/muenchen/verkehr/.

Die Münchner Polizei wünscht allen „Verkehrspartnern“ eine unfallfreie Verkehrsteilnahme und bittet um gegenseitige Rücksicht unter dem Motto:

„Sicher und Fair im Straßenverkehr“

Tags: , , , , , , , , , , , ,

Oa Kommentar
Do konnsd Dein Senf dazua gem »

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Sparadieserl und Thomas D., Thomas D. erwähnt. Thomas D. sagte: Biergartler Verkehrsbericht 2009 aus München: Der jährlich vom Polizeipräsidium München herausgegebene … http://bit.ly/bLexiY Biergartler [...]

Do konnsd Dein Schmarre neischreim