Gscheid radln

10. August 2011 | von | Kategorie: News aus'm Freistaat

Im Zeitraum vom 18.07. bis 07.08.2011 führte das PP München die zweite dreiwöchige Aktion der Kampagne „Gscheid radln!“ durch. Nach der erfolgreichen Aktion „Rotlicht“ im Mai/Juni 2011 lautete das Thema diesmal „Miteinander“. Inhalt war die verstärkte Einbeziehung von Fußgängern und Kfz-Führern in die Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen.

Das Ziel bestand in der Senkung der hohen Verkehrsunfallzahlen in Bezug auf Radfahrer. Durch die Aktion „Rotlicht“ war dies bereits geglückt. Seinerzeit konnten die Anzahl der Unfälle um 39,8 Prozent verringert werden. Um diesen Erfolg wiederholen zu können und insbesondere Fahrradunfälle dauerhaft zu reduzieren, wurde bei der Aktion „Miteinander“ auf die Förderung des harmonischen Umgangs und der gegenseitigen Rücksichtnahme untereinander gesetzt. Anstelle der teilweise beharrlichen Verharmlosung von unfallursächlichen Regelverstößen durch Verkehrssünder soll Einsicht und letztlich die Vermeidung von Normverletzungen rücken.

Im Rahmen der Aktion waren neben eingesetzten Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei (15 Schwerpunktkontrollen) auch Beamte der Einsatzhundertschaften und Streifenbeamte der örtlichen Polizeiinspektionen sowie der Verkehrspolizei des PP München – auch auf Dienstfahrrädern – tätig.

Beamte der Polizeiinspektion Verkehrserziehung und -aufklärung betrieben an stark frequentierten Örtlichkeiten Infostände in Bezug auf die Kampagne. Kontrolliert wurde an Stellen, an denen sich der Fahrradverkehr häuft.

Die Maßnahmen zur Unfallverhütung in Zahlen:

-19.700 Angehaltene Verkehrsteilnehmer
7.877 Beanstandungen von Radfahrern (einschl. gebührenfreier Verwarnungen)
4.168 Beanstandungen von Kfz-Führern (einschl. gebührenfreier Verwarnungen)
1.089 Beanstandungen von Fußgängern (einschl. gebührenfreier Verwarnungen)
10 Vorladungen zum Verkehrsunterricht

Häufig geahndete Verstöße:

Radfahrer:
Fehlende/mangelhafte Beleuchtung
Fahren auf Gehweg
Fahren in nicht zugelassener Richtung („Geisterradln“)
Missachtung des Rotlichts
Verbotswidrig Handy oder MP3-Player benutzt

Fußgänger:
Missachtung des Rotlichts
Verbotswidrig Radweg benutzt
Fahrbahn nicht vorschriftsmäßig überquert

Kfz-Führer:
Fehler beim Abbiegen
Missachtung des Rotlichts
Parken auf Radwegen
Verbotswidrig Handy benutzt



Raddiscount Online-Shop, der Fahrrad-Discounter

 

Erschreckend viele Radler waren ohne Helm unterwegs. Einem Gespann aus Fahrrad und Kettcar wurde die Weiterfahrt untersagt. Mehrere Fahrradfahrer versuchten sich der Kontrolle zu entziehen. In einem Fall kam es in diesem Zusammenhang zu einer Widerstandshandlung gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Radfahrer war den Beamten innerhalb weniger Wochen gleich mehrfach bei der Missachtung des Rotlichts aufgefallen. Da er angegeben hatte, sich aufgrund der Unsinnigkeit von Ampeln und Verkehrsregeln auch weiterhin nicht daran halten zu wollen, wurde sein Fahrrad sichergestellt und ihm erst wieder ausgehändigt, nachdem er zugesichert hatte, sich zukünftig doch an die Vorschriften zu halten.

Der ganzheitliche Kontrollansatz führte zur Festnahme von 4 Fahrraddieben und einer weiteren Festnahme wegen Betäubungsmittelbesitzes. Zudem wurde ein Pkw-Führer wegen Kennzeichenmissbrauchs, ein anderer wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz angezeigt.

Mit den Angehaltenen wurden Aufklärungsgespräche geführt. Zusätzlich kamen Flyer, Buttons und reflektierende Leuchtbänder zur Verteilung. Die Verkehrsteilnehmer zeigten sich weitgehend einsichtig hinsichtlich der Kontrollmaßnahmen, besonders nach dem Aufzeigen der oft gravierenden Unfallfolgen. Deshalb reichte in einer Vielzahl von Fällen eine gebührenfreie Verwarnung aus, um die Verkehrsteilnehmer zu einem regelkonformen und somit sichereren Verhalten zu bewegen. Wie schon bei der Aktion Rotlicht drängten Bürger sogar auf eine Ausweitung der Überwachungsmaßnahmen und schlugen konkrete Örtlichkeiten vor.

Der Umstand, dass leider auch wieder uneinsichtige Verkehrsteilnehmer angehalten wurden, unterstreicht die Notwendigkeit einer konsequenten Verkehrsüberwachung sowie einer umfassenden Präventionsarbeit.
Einige der beanstandeten Personen gaben an, die Kontrollen zwar grundsätzlich für notwendig zu erachten, äußerten jedoch gleichzeitig Unverständnis darüber, dass gerade sie beanstandet wurden. 10 gänzlich uneinsichtige Verkehrsteilnehmer erhalten eine Vorladung zum Verkehrsunterricht.

Während die Verkehrsunfallzahlen im 1. Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr noch um 33 Prozent angestiegen waren und sich die Zahl der Verletzten gar um 37,4 Prozent erhöht hatte, konnte für den Zeitraum der Aktion „Miteinander“ sogar ein Rückgang der Unfälle, und zwar um 43,9 Prozent festgestellt werden (124 Unfälle gegenüber 221 im Jahr 2010). Dabei reduzierte sich die Anzahl der Verletzten um 45,2 Prozent auf 109 (2010: 199). Nach wie vor wurde über die Hälfte der Unfälle (54,8 Prozent) durch ein Fehlverhalten der Radfahrer verursacht. Allerdings ist bei der Gesamtbewertung dieser Unfallzahlen auch das vergleichsweise schlechtere Sommerwetter mit zu berücksichtigen.

Auch nach dem Ende der Schwerpunktkontrollen der 2. Aktion wird das Polizeipräsidium München im Rahmen des täglichen Dienstes ein Augenmerk auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer untereinander legen. Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die geltenden Vorschriften halten, müssen deshalb jederzeit damit rechnen, dass Sie von Polizeibeamten beanstandet werden.

Polizeivizepräsident Robert Kopp appelliert an alle „Verkehrspartner“, im Interesse eines jeden einzelnen gegenseitige Umsicht, Vorsicht und Rücksicht walten zu lassen und wünscht eine unfallfreie Verkehrsteilnahme!

Quelle: Polizei Bayern
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Do konnsd Dein Schmarre neischreim