Apfelkuchen

Apfelkuchen-Zeit! Verführung am Münchner Bauernmarkt

Feiner Apfelkuchen vom Blech, Apfel mit Mandelsplittern, lockerer Zitronenkuchen und eine “himmlische Torte” – all das sind hausgemachte Kuchen von Maria Plöckl. Die Bäuerin aus Oberbachern ist eine begnadete Kuchenbäckerin. Und deshalb stehen bei ihr die Münchner Schlange.

Bäuerin Maria Plöckl und ihre Kuchen

Viele Städter freuen sich schon die ganze Woche auf die Kuchenschlacht bei Maria. Seit 13 Jahren verkauft die Bäuerin ihre Kuchen auf dem Bauernmarkt am St. Anna Platz im Münchner Lehel. Jeden Donnerstag verführt sie hier vom Anwalt und Beamten aus den nahe gelegenen Ministerien bis zur Hausfrau um die Ecke und den Kindern im Viertel eine bunte Schar von Menschen mit ihren Kuchen und Torten.

Vom Trockenblumenstrauß zum Kuchen


Dabei musste sie dazu erst überredet werden. Eigentlich wollte sie nämlich Blumenschmuck verkaufen – Tischdekorationen und Kränze aus getrockneten Gräsern und Blumen waren ihre Spezialität. Doch der Leiter des Bauernmarktes hatte eine andere Idee. “Ich hab dann gesagt, mir hätten selbst gebastelte Sachen, ob er nicht einen kleinen Platz hat in München. Und dann hat er sich das so ein bisserl angehört und hat dann drauf gesagt, ach hat er gesagt, ich bräucht eine Bäuerin noch für einen Stand mit selbstgebacken Kuchen, wär das nichts für Sie?” erinnert sich Maria Plöckl zurück.

Mit Profibackstube zum Traumkuchen

Bäuerin Maria Plöckl und ihre Kuchen

Maria Plöckl ist eine begnadete Kuchenbäckerin

Backen für den Hausgebrauch konnte die Bäuerin natürlich. Und Obstbäume gab es am Hof auch genug. So begann sie, altüberlieferte Rezepte zu studieren und gleichzeitig auch zu experimentieren. Im Keller richtete sie sich eine professionelle Backstube ein. Heute kann sie alle Teige perfekt, kennt alle Tricks und Kniffe, besitzt einfach das nötige Fingerspitzengefühl  – und verzaubert so wirklich alle mit ihren traumhaften Kuchen.

Beitrag zur “Völkerverständigung”

Der Aufwand ist trotzdem enorm – schließlich haben die Plöckls auch noch 26 Milchkühe zu versorgen und 30 Hektar Land zu bestellen. “Da entwickelt man schon ein System, wenn man nur eine bestimmt Zeit hat, in der man fertig werden muss, weil´s dann wieder in den Stall geht. Wenn ich am Mittwoch backe, dann muss ich also spätestens um 17 Uhr raus zur Stallarbeit. Und dann muss ich mir das so einteilen, dass ich das schaffe”, sagt die Bäuerin. Und trotzdem: Die Kuchen haben so einiges geschafft. Zum einen wurde die Kuchenbäckerei zu einem wichtigen Nebenverdienst der Bauern. Und zum anderen sind Apfelkuchen, himmlische Torte und Co zu einer Art “Mittel zur Völkerverständigung” geworden – zwischen Städtern und Landbevölkerung.

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