Kult & Brauch

Biergarten-Checkliste

Kult & Brauch in Bayern

Kult & Brauch in Bayern

Was den Bayern zum Bayern macht


. . . Aber wann ist der Bayer ein Bayer? In diesem Fall müssen wir auf die Hilfe eines Fachmannes zurückgreifen, auf den Historiker Johannes Turmair, besser bekannt als Aventinus (1477 – 1534 ).
. . . „Das Volk . . . trinkt sehr, macht Kinder, ist etwas unfreundlicher und eigensinniger, wie es geht bei Leuten, die nicht viel hinauskommen, gern daheim alt werden.“ Und das Bayernvolk „ … sitzt oft beim Wein, schreibt, tanzt und singt, kartelt, spielt.“ Darüber hinaus liebe es „große und überflüssige Hochzeiten, Totenmahle und Kirchweihen“. So weit, so klar, vielleicht bis auf die Passage mit dem Wein, die nicht in das Klischee des Maßkrug stemmenden Bierdimpfels passt. Doch Aventinus hat sich nicht etwa verschrieben: Bis ins 16. Jahrhundert hinein füllten die Bayern den Humpen mit Rebensaft, die Liebe zum Bier erwachte erst im 17./18. Jahrhundert.
. . . „Im Gegensatz zu den eher kühlen Norddeutschen ist der Bayer ein emotionaler, gemütvoller Mensch“ meint (Professor) Fried. Er erklärt sich das aus der etwas rätselhaften Herkunft des Stammes der Bajuwaren, der im sechsten nachchristlichen Jahrhundert auf der Bühne der Geschichte auftauchte. Sein Ursprung lässt sich nicht genau bestimmen. In den Adern der Urbayern fließt nach gängiger Theorie keltisches, slawisches, römisches, hunnisches, aber wenig nordisches Blut – „ das war einst ein richtiges Vielvölkergemisch, eine kleine UN.“. .