Dirndl Baden
Dirndl-Baden und Watschn-Fensterln
Der Zugroaste fragt sich ja oft, wie er denn genuiner Teil des hehren Bayernvolkes werden könne. Dabei ist des doch ganz einfach: Lustigen Sepplhut aufsetzen, über Ballustraden klettern und mit’m Dirndlgwand in den See springen, wo schon dereinst der Kini baden ging. Oder?
“Steig aufi zu mir …”: Meisterliches FensterlnIn der Moritat vom “Hinterdupfer Beni” stirbt der junge Mann beim Fensterln einen grausigen und unappetitlichen Tod. Derartiges ist am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen nicht geschehen, obwohl gefensterlt wurde, bis die Alpen jodelten – schließlich ging’s um die Meisterschaft.
Subtile Erotik
“bettfreien (Egerland); auf Karess gehen, Kiltgang (Bern); fenstergehen (Franken); ; gasselgehen, gasseln (Kärnten); kammerfensterln, korteln (Rheinland); (Nacht)Freierei (Norddeutschland); z’Hengert gehen (Schweiz)”
(Wikipedia)
Dazu mussten 40 krachledern gewandete Burschen einen Holzstoß überwinden (“Holz vor der Hüttn”), eine Leiter aufrichten und hochkraxeln, einen Zimmermannsnagel in einen Scheit nageln – wir verneigen uns vor so viel subtiler Metaphorik – und schließlich eine arglose Maid abbusseln.
Wie so oft erwiesen sich die jungen Eroberer geschickter beim Nehmen der Burg denn beim Freien der Magd. Die beschwerte sich nach überstandenem Massenandrang: “Manche Bussis waren allerdings recht heftig, die glichen eher einer Watschn als einem zärtlichen Kuss.”
Wem’s zu heiß wird, springt in den See
Also wirklich, Burschn, so geht’s fei ned! Nachat derfat “koa Bua mehr auf’d Menschnkammer, zum Fläh zamfanga, mit’m Dengelhammer …” (das singt der Fredl Fesl und das übersetzten wir jetzt lieber nicht). Und weil’s gar so heiß war an diesem Wochenende, wollte ein Starnberger Textilfabrikant nicht nachstehen und veranstaltete beim berühmten Seebad ein Dirndlflug-Wettbewerb. Da wird wohl schon für die Wiesn geprobt.